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Keine Wildtiere mehr im Zirkus

Heidelberg tut es. Ludwigshafen ebenso, und auch Köln. Die Städte lassen auf ihren Plätzen keine Zirkusse mehr zu, die Wildtiere mit sich führen. Worms will dem Beispiel folgen, hat nun beschlossen, zu prüfen, auf welcher Rechtsgrundlage das Versagen einer Auftrittsgenbehmigung erfolgen kann.


Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes begrüßt diesen Vorstoß, seit Jahren ist es Ziel des Tierschutzbundes und seiner Landesverbände, ein Verbot von Wildtieren im Zirkus zu erreichen.
"Es ist überfällig, dass die sich die Bundesregierung nicht länger als Interessensverwalterin der Lobby von etwa 400 Zirkussen versteht und die Entschließung des Bundesrates aus dem Jahre 2003 für ein Haltungsverbot von Affen, Großbären und Elefanten in Zirkussen rechtsverbindlich umsetzt", erklärt Landesvorsitzender Andreas Lindig.  Die im Tierschutz vorgeschriebene verhaltensgerechte Unterbringung von Wildtieren ist in Zirkussen nicht möglich.

 

Vor allem bei Zirkussen mit häufig wechselnden Standorten sind keine tolerierbaren Haltungsbedingungen zu erreichen. Die Folgen für die Tiere sind schwerwiegend und zeigen sich in Verhaltensstörungen, Erkrankungen oder sogar in Todesfällen. Jetzt stehen den Tieren zudem die Winterquartiere bevor, eine artgerechte Unterbringung ist ausgeschlossen, das Tierleid ist immens.
"Deshalb appelieren wir schon lange an Kommunen und jetzt konkret auch an die Stadt Worms, etwa dem Beispiel Heidelbergs zu folgen, Wanderzirkussen mit Wildtieren keine Auftrittsgenehmigungen mehr zu erteilen". Der Landesverband hofft, dass der Vorstoß der rheinland-pfälzischen Stadt Erfolg hat.

Elefanten, Tiger und Löwen sind Wildtiere, auch wenn sie in menschlicher Obhut aufgewachsen sind. Ihre Bedürfnisse nach artgemäßer Bewegung und Beschäftigung können im Zirkus nicht befriedigt werden. So brauchen Elefanten für ihr Wohlbefinden den Kontakt zu Artgenossen und eine reich strukturierte Umgebung, in der sie sich frei bewegen und beschäftigen können. Tiger sind ebenfalls sehr bewegungsfreudig und benötigen beispielsweise Kletter- und Versteckmöglichkeiten, Kratzbäume und Spielmöglichkeiten sowie Wasser zum Schwimmen und Baden.

„Ein fahrendes Zirkusunternehmen kann diese Voraussetzungen nicht erfüllen. Die Arbeit in der Manege und die Dressuren, die den Tieren allzu oft völlig artuntypische Verhaltensweisen abverlangen, bieten keinen Ausgleich für den Bewegungs- und Beschäftigungsmangel. Zudem bedeuten das häufige Umherreisen, die ständig wechselnde Umgebung  und der Lärm in der Manege keineswegs eine willkommene Abwechslung, sondern Stress, unter dem die Tiere zusätzlichleiden“, so Lindig.

Der Schutz der Tiere wird zusätzlich durch Vollzugsdefizite und mangelnde Auffangstationen erschwert.

 
Landesverband RLP

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