Pelz ist out - keine Qualmode im Winter
Auch in diesem Winter werden in den Auslagen zahlreicher Mode- und Fachgeschäfte wieder Pelze und Accessoires aus Echtfell angeboten. Der Deutsche Tierschutzbund macht darauf aufmerksam, dass diese von Tieren stammen, die für die Pelzgewinnung ein Tierleben lang extrem leiden mussten. Jedes Jahr werden Millionen Tiere für das Luxusprodukt unter grausamen Bedingungen gehalten, gequält und getötet. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wüssten schon längst: „Pelz ist out!“
Ein weiterer Meilenstein wurde mit dem EU-weiten Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenfellen erreicht, das zum 31.12.2008 in Kraft trat.
Darüber hinaus ist jedoch eine verpflichtende Deklaration aller Pelzwaren nach Tierart und Herkunft notwendig. Bisher hat sich die EU jedoch gegen eine Kennzeichnungspflicht aller Echtfellprodukte ausgesprochen, da diese mit unverhältnismäßig hohen Kosten für den Bekleidungshandel verbunden sei. „Eine genaue Deklaration, strenge Kontrollen und hohe Sanktionen sind die Voraussetzung dafür, dass Hunde- und Katzenfelle sowie weitere illegale oder falsch gekennzeichnete Fellprodukte tatsächlich nicht mehr nach Europa gelangen“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Auch wenn vielen Hunden und Katzen, die bisher wegen ihrer Felle für den Europäischen Markt getötet wurden, in Zukunft Leid erspart werden könnte, werden Nerze, Füchse, Chinchillas oder Kaninchen weiterhin allein des Profits wegen weltweit unter erbärmlichen Bedingungen gezüchtet, gehalten und getötet. Allein in Deutschland gibt es 29 Pelztierframen, in denen z.B. Nerze noch immer in winzigen Drahtkäfigen gehalten und schon im Alter von sechs bis sieben Monaten vergast werden.
Bedauerlich ist es, so Landesvorsitzender Andreas Lindig, dass es nicht gelungen ist, die vom Agrarausschuss des Bundesrates mehrheitlich beschlossene Verordnung zur Haltung für Pelztiere schneller umzusetzen und die langen Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren zu verkürzen. Ein Vorstoß des Landes Rheinland-Pfalz für kürzere Fristen hatte keine Mehrheit gefunden. „Dies widerspricht dem Interesse der Bürger, denn die Mehrheit der Deutschen sprechen sich generell gegen Pelztierfarmen aus“, so Lindig. Trotzdem ist die Verordnung ein Etappensieg und bringt den Ausstieg aus der Pelztierhaltung näher, wie er in der Schweiz, in Österreich und England bereits vollzogen wurde".


