Kein kirchlicher Segen für Abschuss
In den nächsten Tagen werden anlässlich des St. Hubertustags am 3. November auch in Rheinland-Pfalz Messen und Jagden abgehalten - so etwa am 6. November im Mainzer Dom. In den Messen können sich Jäger den kirchlichen Segen für ihr Töten von Millionen Wildtieren und Hunderttausenden Hunden und Katzen geben lassen.
Tierschützer haben vor dem Mainzer Dom eine Protestkundgebung angekündigt.
Anlässlich des St. Hubertustags fordert der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes die Kirchen auf, sich nicht länger in den Dienst des Tötens zu stellen.
Zugleich appelliert er an die Politik, eine tierschutzverträgliche Novellierung der Jagdgesetzgebung zügig in Angriff zu nehmen.
„Noch immer werden jedes Jahr über fünf Millionen Wildtiere getötet. Hunderttausende von Hunden und Katzen werden zudem quasi als Freiwild abgeschossen. Die Bejagung von vermeintlichen Schädlingen wie Krähen, Elstern oder Füchsen wird zum Teil mit falschen Begründungen gerechtfertigt.
Mit einer verantwortungsvollen Hege hat dies nichts mehr zu tun. Wir brauchen dringend Reformen bei der Jagdgesetzgebung“, erklärt Landesvorsitzender Andreas Lindig.
Bei der Jagd werden nach wie vor Fallen eingesetzt, in denen die Tiere oftmals über qualvolle Stunden hinweg jämmerlich verenden. Der Verband lehnt auch die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren und die Verwendung von Bleischrot ab. Hier besteht aus Sicht des Tierschutzes dringender Handlungsbedarf, das Bundesjagdgesetz zu reformieren. Letztlich ist das auch eine Konsequenz aus dem seit 2002 im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz. Ebenso sehen die Tierschützer die Bundesländer in der Pflicht, ihre Landesjagdgesetze tierschutzgerechter zu gestalten.
Das am St. Hubertustag begangene Ritual der Segnung der Jäger – und bisweilen ihrer Opfer, der Wildbretstrecke – ist nicht nur völlig antiquiert, sondern zudem auch noch eine bewusste Verfälschung der Geschichte. Schließlich hat der heilig gesprochene Hubertus der Jagd abgeschworen und sich stattdessen zum Beschützer der Tiere aufgeschwungen. Er kann daher als Schutzpatron der Tiere gelten. Die Jäger sollten sich ihn zum Vorbild nehmen und der Jagd in ihrer bisherigen Form abschwören. Der Appell des Deutschen Tierschutzbundes geht auch an die großen Kirchen. Diese sollten zukünftig auf die Segnung der Jäger und der von ihnen getöteten Tiere verzichten.


